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ASKLA: Eine akustische Interpretation / Dokumentation des Schweizer Territoriums

ASKLA ist ein field-recording Projekt in der Tradition der Dokumentar-Phonographie. Es widmet sich der akustischen Interpretation und Dokumentation von naturalistisch, kulturell, historisch und sozial bedeutenden, sowie auch aussergewöhnlichen oder teilweise dem grösseren Publikum noch unbekannten Orten der Schweiz mit dem Ziel, innert 2020 ein qualitativ hochstehendes audio / visuelles Online-Archiv schweizer Klanglandschaften zu realisieren (Audio 24 bit / 48 Khz, Video Full HD und 4K). Aus konzeptioneller sowie kulturell-künstlerischer Sicht teilt das Projekt seinen Ansatz insbesondere mit der sachlichen Landschaftsfotografie und bedient sich dabei für eine weitergehende, komplementäre Information, ebenfalls des Bildes in der Form der hochauflösenden Videografie um ergänzend zum akustischen auch einen visuellen Eindruck der verschiedenen Locations zu ermöglichen. Die durschnittliche Länge der einzelnen audiovisuellen Dokumente beträgt 5 Minuten.

Die akustische Analyse und Dokumentation spezifischer Orte unseres Territoriums ist als historisches (Klang)gedächtnis besonders wichtig, auch ermöglicht sie u.A. Ähnlichkeiten oder Differenzen der verschiedenen Regionen zu vergleichen. Ebenfalls relevant ist das Projekt unter dem Profil der akustischen Ökologie: Im Gegensatz zu Naturgebieten, wo in der Regel minimale oder nur durch eine längerfristige Analyse wahrnehmbare akustische Veränderungen stattfinden, sind Industrie- und Stadtgebiete durch einen ständig steigenden Grad der Anthropisierung charakterisiert, ein Phänomen mit direktem Einfluss auf die Lärmbelastung- und Verträglichkeit unserer Umwelt. Die Qualität des Klanges, vor Allem in Bezug auf seine Intensität (Decibelwerte) und Ortspezifischen Eigenschaften, hat zudem eine direkte Beziehung sowohl mit der Verträglichkeit unserer akustischen Umwelt, sowie auch mit seiner Identität als eine auch von der Unesco anerkannte grundlegende Eigenschaft einer Landschaft.

Die Phonographie wurde in moderner Form vor allem durch Raymond Murray Schäfer der Simon Fraser University in Burnaby (Kanada) mit dem "World Soundscape Project" ab den 1960er Jahren theorisiert und praktiziert. Sie beschäftigt heute viele renommierte Künstler und Sounddesigner wie Chris Watson, der dank seiner langjährigen Mitarbeit mit der BBC an verschiedenen Klangdokumentationen unserer Umwelt als der wohl am meisten bekannten Vertreter dieser Kunst gilt. Laut Schäfer sollten die Klangspuren relevanter Orte "als Kulturgut unter Schutz stehen, da sie das akustische Leben und somit die Identität einer Gemeinschaft auf einzigartiger Weise darstellen".

 

Aufnahmeorte

Bis 2020 ist die Aufzeichnung von etwa vierzig Klanglandschaften vorgesehen. Die Aufnahmeorte sind in den nachfolgenden vier Kategorien aufgeteilt, die teilweise den steigenden Grad der Anthropisierung entsprechen der in Industrie- und Gewerbegebieten sowie in urbanen Zentren seinen Gipfel erreicht. - Naturgebiete ohne oder mit nur geringer menschlicher Präsenz - die wichtigsten urbanen Zentren und deren Randgebiete - durch Industrie und Gewerbe stark charakterisierte Gebiete - aus historisch, kultureller, sozialer oder naturalistischer Sicht relevante Orte. Das Projekt startete im November 2016 im Tessin, ab 2017 werden die ersten Aufnahmen in der deutschen und französischen Schweiz erfolgen. Einige Dokumente sind bereits publiziert und können unter "Dokumente" eingesehen werden.

 

Referenzen (Auswahl)

R. M. Schafer, The Soundscape: Our Sonic Environment and the Tuning of the World Barry Truax, Handbook for Acoustic Ecology, 1978

Biosphere Soundscapes Project | www.biospheresoundscapes.org

The World Forum for Acoustic Ecology | wfae.net Sounds of Europe | www.soundsofeurope.eu

Soundday Times | www.sounday-times.com

"The travelling soundscapes", DFA Supsi, 2016 | www.supsi.ch/go/tsw

Chris Watson | chriswatson.net

"Dichiarazione di Careggi sul paesaggio sonoro", convegno di Villa Careggi, giugno 2012

A. Colimberti, Ecologia della musica - Saggi sul paesaggio sonoro, Donzelli Editore, 2004

AIPS / Archivio Italiano Paesaggi Sonori | www.archivioitalianopaesaggisonori.it

 

Disclaimer / Copyright

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